Sommer 1909. Mariclée reist nach England, um einen Mann zu treffen. Als sie das Exemplar um einen Tag verfehlt, beschließt sie zu warten und vertreibt sich die immer länger werdende Wartezeit auf einer bizarren Reise durch London, England und Irland. Aus Tagen werden Wochen und schließlich Monate. An Bord eines großen Passagierdampfers begegnet sie endlich nicht nur ihrem Angebeteten, sondern auch dessen Gattin und Schwiegermutter ... Das Porträt einer jungen Frau, die das Wagnis eingeht, einer sehr unkonventionellen Vorstellung von Liebe nachzujagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2012
Knapp hundert Jahre nach der Erstveröffentlichung freut sich Rezensentin Anja Hirsch über die Wiederauflage des ersten Romans von Annette Kolb. Die weibliche Figur im Zentrum des, wie Hirsch findet, herrlich altmodisch aus distanzierter Haltung erzählten Geschichte einer Art amour fou, hat sich für sie bemerkenswert gut gehalten. In ihrer melancholischen, selbstironischen, verweigernden Art, findet Hirsch, gleiche sie Melvilles Bartleby, bleibe aber als Frau ihrer Zeit erkennbar. Nie, so lässt die Rezensentin wissen, war das Warten auf den Geliebten und das Glück so faszinierend.
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…