Penguin Verlag, München 2026
ISBN
9783328604808 Gebunden, 240 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Eine junge Frau schlägt mitten in ihrer Heimatstadt ein Zelt auf und bewegt die Bewohnerinnen zu einem neuen Blick aufs LebenSommer in einer deutschen Kleinstadt. Mitten im Villenviertel steht plötzlich ein Zelt auf dem Bürgersteig. Sophie von Clüver, das schwarze Schaf der Familie, ist zurückgekehrt und campiert vor ihrem Elternhaus. Wie eine Anklage steht das Zelt da - oder wie ein Hilferuf. Und es beschäftigt die Nachbarschaft: Hanne, verwitwet und einsam, die Sophie von klein auf kennt. Künstlerin Greta, die sich aus klassischen Familienmustern befreien will. Schulfreundin Wanda, die Sophie immer beneidet hat. Die Abiturientin Lilli, die ihr Taschengeld als Cam-Girl aufbessert. Hjördis, die mit ihren Neurosen ringt. Judith, die sich mit siebzig ans Online-Dating wagt. Und Eva, die Mutter von Sophie, die so stark scheint, aber Angst hat, ihrer Tochter nach Jahren der Trennung wieder zu begegnen.
Einen "weiblichen Reigen" hat Rezensentin Manuela Reichart mit dem neuen Buch von Annette Mingels vor sich, das der Kritikerin acht Frauen unterschiedlichen Alters vorstellt. So lernen wir etwa Sophie kennen, die von Kindheitstagen an mit ihrer Mutter Eva und den spießbürgerlichen Familienverhältnissen im Clinch liegt. Sophie schlägt jetzt ein Zelt auf dem Gehweg vor dem elterlichen Haus auf, verrät Reichart, ein "silbern schimmerndes Ufo", mit dem sie die "Fehde" zwischen sich und ihrer Mutter austragen will. Wir begegnen etwa auch Greta, eine Künstlerin, die gerade Mutter geworden ist und sich jetzt fragt, wie sie alle ihre Aufgaben miteinander vereinbaren soll. Darüber hinaus wird von alten Freundschaften und neuen Problemen, von Liebe und Familie, aber auch von Ängsten und Wut erzählt. Nach der Lektüre versteht man die Sorgen und Ängste der Frauen besser, versichter Reichart - auch weil Mingels so präzise und farbensatt zu schreiben weiß.
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