Aus dem Englischen von Peter Baumann. Auch alle, die um Museen bisher einen großen Bogen gemacht haben, werden von diesem Buch fasziniert sein: Willi der Maler ist ein Buch, das viele Eltern zweimal kaufen werden, auch wenn sie nicht Kunstpädagogen sind: einmal für ihren Nachwuchs und einmal für sich selber.
Das Cover scheint den Rezensenten doch mehr begeistert zu haben als der eigentliche Inhalt des Buches: "Schön und verwirrend" sei das auf dem Umschlag inszenierte Spiegelspiel zwischen dem Autor und seiner Bilderbuchfigur. Die dann folgende Galerie parodistisch gewendeter Klassiker der Malerei hat Jens Thiele sowohl überraschende als auch komische Momente beschert, allein an dem kunstpädagogischen Kalkül des Ganzen hat er sich gestört. Thiele erkennt hier einmal mehr "das grundlegende Problem in der Vermittlung von Kunst im Bilderbuch: das Pendeln zwischen Sachinformation und Unterhaltung". Die den Bilderparodien hinterhergeschickten Originale "im Miniformat" haben ihn den Transfer zu letzteren wie eine Notlösung erscheinen lassen: Zu klein, zu wenig sinnlich, der Michelangelo! Von der auktorial intendierten Lust auf die "wahre Kunst" bei Thiele jedenfalls keine Spur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.11.2000
Axel Vornbäumen lobt das Bilderbuch, in dem ein Affe Meisterwerke der Malerei kopiert, verfremdet und statt der menschlichen Figuren Affen einsetzt, als "gute Idee" und hat dessen Wirkung bei seiner eigenen kleinen Tochter getestet. Der habe das Buch "enormen Spaß" gemacht und sie habe sich auch nicht an dem pädagogischen Ansinnen gestört, Kinder an die "Hochkultur" heranzuführen. Allerdings moniert der Rezensent in seiner kurzen Kritik, dass der britische Autor seinen tierischen Protagonisten die Bilder auch noch kommentieren und erklären lässt, denn das sei "des Guten zuviel".
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…