D-Day, das war die größte militärische Operation aller Zeiten: die Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie. Beevor zeichnet diesen Tag minutiös nach. Hautnah erlebt der Leser im Hauptquartier die Nervosität der Befehlshaber, begreift die komplexe Strategie einschließlich des kühnen Täuschungsmanövers, spürt die moralische Bürde, die Männer wie General Eisenhower empfanden. Mit wachsender Spannung blättert Beevor immer neue Seiten auf: Soldaten, die von Angst geplagt, gleichwohl stolz sind, ein Kompaniechef, der seinen Leuten im Landungsboot Shakespeares "Heinrich V." vorliest.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.07.2010
Anschaulich und packend schreibt der britische Militärhistoriker und ehemalige Offizier in "D-Day" über die Landung der Alliierten in der Normandie und die folgende wochenlange Schlacht bis zur Befreiung von Paris im August 1944, geschrieben, lobt Cord Aschenbrenner. Was Beevors Darstellung auszeichne und auch aus den vielen Publikationen zum Thema hervorhebe, sei seine ungeheuer lebendige Schlachtschilderung, die mit Erinnerungen sowohl prominenter Personen der Zeitgeschichte als auch der einfacher Soldaten durchsetzt ist. Neben aller Würdigung für den "heldenhaften" Einsatz bei der Landung in der Normandie, die auf allen Seiten enorme Opfer gefordert hat, wie man bei Beevor in genauen Zahlen nachlesen kann, verschweigt der Autor nicht die Kriegsgräuel, die auch bei den Alliierten vorkamen, stellt Aschenbrenner anerkennend fest. Das Kapitel über das Hitler-Attentat erscheint dem Rezensenten allerdings "geradezu lustlos", das hätte Beevor in seinen Augen weglassen sollen, und auch die Übersetzung scheint ihm mitunter durchaus anfechtbar. Als eindrucksvolle Schilderung der Schlacht aber überzeugt ihn dieses Buch vollkommen und er meint gar, besser hätte man es aus Historikersicht nicht schreiben können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2010
Hans Halter stellt ein Werk des englischen Militärschriftstellers Antony Beevor vor. Erstaunlich, dass ein Buch, das die Gemetzel des D-Day in allen Einzelheiten schildert, noch immer Bestsellerpotential birgt. Wer sich wie Halter für Schilderungen der gnadenlosen Kämpfe zwischen Alliierten und SS-Panzerdivisionen in der Normandie interessiert, wer sich dagegen nicht so sehr für die vom Autor eher distanziert behandelte "zänkische" Führung der alliierten Koalition interessiert und wen die von Halter reihenweise bemerkten sachlichen Fehler betreffend die "deutsche Szenerie" nicht allzu sehr stören, der ist hier goldrichtig.
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