Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2004
Eine Studie wie diese Dissertation der Juristin und Journalistin Brigitte Hürlimann sei längst überfällig gewesen, so der "lob" zeichnende Rezensent. Die Autorin beschäftige sich mit der paradoxen Situation, dass Prostitution in den meisten Rechtsgebieten der Schweiz als legale Tätigkeit gelte, im Vertragsrecht jedoch als sittenwidrig angesehen werde, was sie als vollkommen unzeitgemäß ansieht. Vor diesem Hintergrund setze sich die Autorin mit zwei Vertragsarten auseinander, dem Vertrag zwischen Prostituierter und Freier und dem Vertrag zwischen Prostituierter und Bordell. Beides sei sehr plausibel dargelegt, so der Rezensent, allein die Forderung, dass die Prostituierte jederzeit fristlos kündigen können solle, im Gegensatz zu ihrem Arbeitgeber und entgegen der Handhabung bei gewöhnlichen Arbeitsverhältnissen, sei rechtlich nicht überzeugend, selbst wenn sie durch große Praxisnähe besteche. Das Fazit des Rezensenten: eine überzeugende und sprachlich ansprechende Dissertation, die sowohl für den Juristen als auch für den Laien "äußerst lesenswert" sei.
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