Nach vielen Romanen und Erzählungen auch nach ihrem Sensationsbestseller "Wie kommt das Salz ins Meer" und nach mehreren Theaterstücken hat Brigitte Schwaiger zum Erstaunen der literarischen Welt vor ungefähr einem Jahr begonnen, zum Teil im Spectrum der Presse veröffentlichte Texte über sich selbst und zwar als Patientin der Psychiatrie auf der ?Baumgartner Höhe? zu schreiben. Es geht dabei nicht nur um ihre eigene Befindlichkeit, ihre Depressionen und Süchte, ihren persönlichen "Zustand" also, sondern auch um den Zustand der (österreichischen) Psychiatrie. Der Schreibimpuls ist dabei kein pathologisch-exhibitionistischer, sondern ein humanitärer und idealistischer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2006
Paul Jandl bezeichnet dieses Buch von Brigitte Schwaiger als die "Verzweiflung selbst". Die Lektüre von "Fallen lassen" hat ihn zwar durch die Eindringlichkeit des Erzähltons mitgerissen. Doch Literatur ist der authentische Bericht nach Meinung des Rezensenten dennoch nicht, schon weil keine Vermittlung versucht wird. Die "sezierende Offenheit", mit der Schwaiger - in den siebziger Jahren hatte sie einen populärfeministischen Roman geschrieben - ihre zwischen Psychiatrie und Literatur pendelnde Biografie schildert, manchmal mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus, findet der Rezensent trotzdem sehr beeindruckend.
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