Catherine Malabou

Negierte Lust

Die Klitoris denken
Cover: Negierte Lust
Diaphanes Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783035804140
Kartoniert, 120 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

In den alten Anatomiebüchern fehlt sie, auf Aktzeichnungen und Gemälden ist sie nicht zu sehen. In der Literatur blieb sie ausgespart, dem Denken entzieht sie sich, körperlich wurde sie unterdrückt: Für sehr lange Zeit war die Klitoris das negierte Organ der Lust, ein dunkler, bedrohlicher Ort des Weiblichen. Diese hartnäckige Angst und Ignoranz scheint heute überwunden. Auch der Feminismus hat sich geöffnet, um angesichts queeren, inter- oder transsexuellen Lebens die Klitoris nicht mehr nur einer Weiblichkeit zuzuordnen. Und doch: Angesichts fortwährender Gewalt an Frauen bleibt sie der Ort millionenfacher Verwundung, das Mal verweigerten Genießens und verstümmelter Existenzen. In ihrem kompakten Essay, der ein ganzes Arsenal an historischen und philosophischen Beobachtungen zu einer neuen Perspektive bündelt, skizziert Catherine Malabou eine zukünftige Sprache eines nicht zuletzt weiblichen Politischen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.09.2021

Rezensentin Katharina Teutsch denkt mit Catherine Malabous "Negierte Lust. Die Klitoris denken" über das weibliche Lustorgan und seine Symbolik nach. Die 1959 geborene und sich selbst als radikalfeministisch beschreibende Autorin zeichnet darin nicht nur die Kulturgeschichte der Klitoris nach, sondern macht deutlich, dass diese im Vergleich zum Phallus kaum in der Philosophie vorkam, erklärt Teutsch. Die Sprache der Autorin ist der Rezensentin zufolge dabei immer wieder vorsichtig und es werden verschiedenste Begrifflichkeiten verwendet. Teutsch erkennt die verschiedenen Motive Malabous: zum einen möchte sie mit dem Buch das bisher ungenutzte Potenzial der Klitoris als philosophische Thematik nutzen, andererseits wünscht sie sich, dass sie damit ein Bewusstsein für weibliche Sexualität schaffen kann. Immerhin besitzt mindestens die Hälfte der Menschheit dieses Organ, schließt die Rezensentin.

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