Aus dem Französischen von Sabine Schwenk. Kleine Feuilletons zu einer großen Frage. In leichtem und äußerst unterhaltsamem Ton verteidigt Charles Dantzig eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Wozu lesen? ist das leidenschaftliche Plädoyer eines Granden der französischen Kulturszene für die Lektüre in einer von Bildern dominierten Welt. Elegant und charmant wirbt er für die Literatur als Stimulanz unserer Intelligenz und als Schlüssel zur Welt. Wozu lesen? ist die erste deutsche Veröffentlichung von Dantzig, der französischen Stilikone im Feld der Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2012
Kann gut sein, dass Charles Dantzig als Junge in einen "Kessel mit Esprit" gefallen ist, freut sich Niklas Bender, der einfach hingerissen ist von diesen Essays des französischen Romanciers und Essayisten. Von den vielen geistreichen Gedanken, die er in diesem Band gefunden hat, gibt Bender in seiner Besprechung beredt Zeugnis. Offenbar belässt es Dantzig nicht dabei, das Buch gegen den Medienwandel zu verteidigen: Er spottet über Maximen, ätzt gegen Celine und dessen Leser, behauptet Stendhals Überlegenheit über Flaubert und erklärt, was ein Franzose ist ("ein Mensch, der wissen will, wer mit wem schläft, um daraus Ursachen abzuleiten"). Dass Bender darüber klar wird, was das Lesen als Lebensform zu bieten hat, lässt sein Lese- und Rezensentenherz höher schlagen.
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