Mit Essays von Catrin Backhaus, Gregor Jensen, Christine Meyer-Stoll.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.08.2001
Daniel Kothenschulte ist sehr überrascht, welche Eigentümlichkeiten des bürgerlichen Lebens die Kölner Künstlerin Corinna Schnitt in ihren Kurzfilmen, Videos und Fotoarbeiten zutage gefördert hat. So filmte sie etwa eine Familie, deren höchstes Glück darin besteht, am Wochenende gemeinsam auszuschwärmen, um im eigenen Wohnviertel die Verkehrsschilder zu putzen, berichtet ein spürbar erstaunter und zugleich amüsierter Rezensent. Dabei, merkt Kothenschulte an, werden derlei Personen und ihre Marotten nicht übertrieben abgebildet, sondern allenfalls von Schnitt künstlerisch überzeichnet. Die tröstlichen Rituale der bürgerlichen Abwegigkeit sind nun in einem "schönen, kleinen Fotobuch" samt den "herrlichen Texten" aus dem off, die mancher aus Schnitts Filmen kennt, zusammengetragen worden, schwärmt der Rezensent.
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…