Daniel ist nach dem Abi auf der Suche nach seinem Weg. Karriere machen, auf Kosten der Umwelt leben, im Mainstream mitschwimmen - das alles will er nicht. Als er den Ökobauern Steffen kennenlernt, bewundert er ihn für sein alternatives, unangepasstes Leben. Er fühlt sich wohl auf dessen Hof - doch immer wieder fallen zweifelhafte Äußerungen, die ihn irritieren. Schließlich erkennt er, was sich hinter dem vermeintlichen Landidyll verbirgt: Steffens Hof ist Treffpunkt für ein rechtsextremes Netzwerk, das einen Staatsstreich plant. Mit Beweisen für ihre Machenschaften geht Daniel zur Polizei - doch nun wird es gefährlich für ihn …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2026
Ein kluges und rasantes Jugendbuch legt Cornelia Franz Rezensentin Anna Nowaczyk zufolge vor. Besonders gut gefällt der Kritikerin die Hauptfigur, Daniel, ein kritisch denkender, aber orientierungsloser junger Mann - der sich plötzlich verstanden fühlt, als er Steffen kennenlernt. Steffen wohnt auf einem Bauernhof und ist Neonazi, was Daniel, als er es herausfindet, in eine Krise stürzt. Überzeugend findet Franz, wie die Autorin die Anziehungskraft rechten Denkens auf Menschen wie Daniel darstellt, die zunächst einmal nicht leichtgläubig oder ungebildet sind. In der zweiten Hälfte wird das Buch dann mehr und mehr zu einem originell erzählten Thriller, verrät die Kritikerin: Wie die Suche nach Orientierung in gefährliche politische Fahrwasser führen kann, aus denen Mann so schnell nicht mehr herauskommt, wird hier mit "gelungenen Wendungen" lesenswert dargestellt.
Die Rechten erreichen zunehmend auch junge Wählerinnen und Wähler, von einem davon erzählt Cornelia Franz in ihrem neuen Jugendroman, so Rezensentin Catrin Stövesand. Daniel, so heißt ihr Protagonist, ist intelligent, denkt kritisch - und zunehmend auch quer, gerne zusammen mit Steffen, den er im Internet kennenlernt. Steffen lädt ihn auf seinen Hof ein und offenbart nach mehreren Treffen, dass seine Familie und er sich als Nationalsozialisten verstehen. Für Daniel ist das glücklicherweise der Punkt, an dem er Abstand von der Szene nimmt und sich an die Polizei wendet, wie Stövesand gebannt liest. Der Roman ist für sie gleichermaßen erschreckend wie überzeugend, da Franz sich mit ihrem Thema gut auskennt und zeigt, wie Rechte den ländlichen Raum infiltrieren und wie gefährlich es für Jugendliche wird, wenn sie versuchen, wieder aus der Szene auszusteigen. Auch aufgrund der klaren Sprache kann die Kritikerin das Buch ans Herz legen, nicht nur für Jugendliche.
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