Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können
Blumenbar Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783351051433 Gebunden, 477 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Hans-Peter Remmler. Das Internet wird immer schlimmer. Und das ist kein Zufall. Cory Doctorow hat dafür einen Namen: "Enshittification". Das ist der Prozess, durch den Plattformen im Netz dominant wurden, weil sie praktische, zuverlässige Dienste anboten und sie dann systematisch verschlechterten. Sobald Menschen von ihnen abhängig waren, optimierten sie sich für Unternehmen, die dort Geschäfte machen wollten. Dann verschlechterten sie die Konditionen auch für die Unternehmen, bis am Ende nur noch die Investoren profitierten.Dieses Buch ist eine Zerlegeanleitung für Big Tech, ein Fahrplan zur Rückeroberung der digitalen Infrastruktur. Es ist eine Diagnose. Und es ist eine Kur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.08.2026
Rezensent Michael Moorstedt ist weitgehend einverstanden mit dem apokalyptischen Bild, das Cory Doctorows Buch von unserer digitalen Gegenwart zeichnet. Schon das Titelbild gibt Aufschluss über die Grundthese: Das Internet, das einmal ein großes Versprechen war, ist heute schlichtweg ein großer Haufen. Wie konnte es dazu kommen? Doctorow zeichnet anhand von vier Beispielen, Facebook, Amazon, iPhone, Twitter, ein sich wiederholendes Muster nach: Erst sind derartige Dienste und Technologien lieb zu ihren Nutzern, dann nur noch zu ihren Geschäftskunden auf Kosten der Nutzer, dann nicht einmal mehr zu ihren Geschäftskunden, weil sie alles selbst abschöpfen, dann gehen sie ein. Schuld daran sind, glaubt Doctorow, mangelnde Regulierung, Monopolbildung sowie schlicht und einfach Gier. Abhilfe verschaffen könnten zum Beispiel das "Fediverse", ein Verbund aus voneinander unabhängigen, aber miteinander vernetzten sozialen Netzwerken, aber auch rechtsstaatliches Vorgehen gegen die Monopolisten. Moorstedt ist zwar zwischendurch ein bisschen verwundert darüber, dass Doctorow seine Diagnose in medizinische Terminologie - Krankheit, Epidemie, Heilung und so weiter - kleidet; insgesamt jedoch wünscht er diesem wütenden Buch viele Leser, gerade in den Reihen derjenigen, die über Netzpolitik entscheiden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.05.2026
Einen wichtigen Angriff auf die großen Digitalunternehmen der Gegenwart stellt Cory Doctorows Buch laut Rezensentin Vera Linß dar. Doctorow zeichnet nach, wie digitale Dienste Menschen an sich binden und gleichzeitig immer schlechter werden. Er zeichnet ein Muster nach, das sich immer wieder wiederholt: Erst werden Nutzer mit einem guten Service angelockt, danach folgen die Geschäftskunden, und wenn das entsprechende Netzwerk so groß ist, dass man es kaum noch verlassen kann, wird es teurer und leistet immer weniger. Tatsächlich lässt sich dieses Schema überall im digitalen Raum beobachten, glaubt Linß, bei Facebook, Adobe und anderswo. Was dagegen tun? Die Politik ist gefragt, argumentiert Doctorow, sie muss Monopolbildung verhindern und dafür sorgen, dass auch kleine Anbieter eine Chance haben. Der Rezensentin leuchtet das ein.
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