Daniel Defoe

Der Consolidator

oder: Erinnerungen an allerlei Vorgänge aus der Welt des Mondes
Cover: Der Consolidator
Die Andere Bibliothek, Berlin 2018
ISBN 9783847704072
Gebunden, 300 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Rolf Schönlau. Daniel Defoe kennen wir so bisher nicht: als Mondreisenden. Der Consolidator, sein schon 1705 verfasster Roman, ist satirische Aufklärung in einem Europa des Absolutismus. An der Epochenschwelle vom 17. zum 18. Jahrhundert, als das Empire auf dem Weg zur Weltmacht war, schrieb Daniel Defoe seinen Mondroman und erfüllte sich den Wunsch, endlich die lunare Welt zu bereisen und das außergewöhnliche Wissen der Mondbewohner zu erkunden. Relaisstation für den Mondflug ist China. Die Mondzivilisation teilt ihre Technologie mit der ältesten Kultur auf der Erde. "Consolidator" heißt die Raumfähre, Defoe wird bequemerweise in Schlaf versetzt, am Ziel wacht er wieder auf. "Der Mann, der vom Mond kommt", wird der Erdenbewohner auf dem Mond genannt. Ein Reiseführer erklärt die lunare Welt, lauter Parallelen sind zu entdecken. Eine von vielen spektakulären Erfindungen ist ein "Devilscope", mit dem man vom Mond aus die Erdendinge detailliert beobachten kann - mit der speziellen Eigenschaft, unsichtbare Phänomene sichtbar zu machen: Der klarsichtige Defoe hält vom Mond aus der Erde einen Spiegel vor. Der Erzähler unternimmt mehrere Mondflüge, bei einem letzten lernt er auch den "Elevator" kennen, "mit dem die Sinne in alle Extreme, die man sich vorstellen kann, erhoben werden, und der intelligente Wesen in die Lage versetzt, mit ihresgleichen, egal ob sie einen Körper haben oder nicht, zu kommunizieren".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2019

Philipp Theisohn erkennt in Daniel Defoes Roman von 1705 die Mondmaschine. Der Band, von Rolf Schönau laut Theisohn lebendig übersetzt, konfrontiert den Leser mit Defoes politischem Engagement in Form einer schön ausgesponnenen Allegorie der britischen Gesellschaft und Politik seiner Zeit. Defoes Mondfantasie spiegelt für Theisohn die Entstehung des modernen Britanniens auf satirische Weise, ist aber nicht nur Spielerei, sondern der Versuch, die Idee kosmischer Teilhabe des Menschen politisch fruchtbar zu machen. Dem Leser fordert der Text Entschlüsselungsvermögen ab, Geduld und die Einlassung auf den mächtigen Anmerkungsteil, meint der Rezensent.

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