Aus dem Englischen von Nikolaus de Palézieux. Geld: Objekt unserer Begierden, Treiber gesellschaftlichen Wandels, größte Erfindung der Menschheit. Es bringt uns Freiheit und schränkt uns ein, beflügelt und verdirbt uns. Für die einen ist Geld der Stolperstein auf dem Weg zu einer freien und gerechten Gesellschaft; für die anderen der entscheidende Faktor, der die Menschheit zum Erfolg geführt hat. David McWilliams untersucht die Beziehung zwischen uns Menschen und dem Geld - von Tontafeln in Mesopotamien über Münzen im antiken Griechenland, von der Mathematik im mittelalterlichen arabischen Raum bis zur Französischen Revolution, und vom Aufstieg des US-Dollars bis hin zu den heutigen Kryptowährungen.
Mit Einschränkungen empfehlenswert nennt Rezensent Martin Hubert David McWilliams' hier vorliegende Geschichte des Geldes. Anschaulich, oft mit Blick auf einzelne historische Figuren, zeichnet McWilliams die wichtigen Wegmarken dieser Geschichte nach, begonnen mit dem Beginn des Zinssystems im Jahr 3000 vor Christus. Später geht es unter anderem um die Lösung des Währungssystems vom Goldstandard und um die Frage, ob die volatilen Kryptowährungen überhaupt Geld im klassischen Sinne sind - McWilliams verneint das. Diese historiographischen Passagen sind stark, findet Hubert, dem das Buch weniger gut gefällt, wenn sich McWilliams an theoretischen Überlegungen zur Geldwirtschaft versucht, die evolutionstheoretischen Thesen zu Geld und Gesellschaft etwa gefallen dem Rezensent nicht. Außerdem vermisst der Kritiker Überlegungen zum religiösen Ursprung des Geldes und auch nichteuropäische Perspektiven. Als - gar nicht mal so unkritische - Einführung in die Geschichte des Geldes ist dieses Buch des ehemaligen Zentral- und Investmentbankers McWilliams gleichwohl empfehlenswert, schließt Hubert.
Eine kluge Geschichte des Geldes legt David McWilliams hier vor, freut sich Rezensentin Vera Linß. Der Ökonom hat sich vorgenommen, zu zeigen, wie Geld immer wieder die Gesellschaft verändert hat - unter anderem, indem es sich selbst wandelte, wo Währung zunächst an Getreidevorkommen gebunden war, wurde sie später zur Ware, auch das Aufkommen der Münzwirtschaft, der Börse und anderes wird von McWilliams behandelt. Besonders hebt Linß mit McWilliams die Wechselwirkungen zwischen Geld und Moral hervor, das Buch liefert hier viele interessante Beispiele, die zum Beispiel zeigen, wie Geldsysteme an Gier zerbrechen. Wie auch immer die Zukunft des Geldes aussehen wird, lesen wir am Schluss, die Vergangenheit dieser wichtigen zivilisatorischen Triebkraft wird hier jedenfalls vielschichtig und erhellend dargestellt.
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