Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Geschickt verknüpft die Autorin politische Geschichte mit dem persönlichen Schicksal einer Heranwachsenden, so dass die Erzählung trotz des präzisen historischen Kontextes nie überfrachtet wirkt, lobt Roswitha Budeus-Budde. Es ist die Zeit der Mainzer Republik, ausgerufenen von den politisierten Bürgern der Stadt im Gefolge der Französischen Revolution. Daphnes Vater ist ein Jakobiner, und Daphne wird sowohl vom politischen Eifer aber noch viel mehr von der Leidenschaft für das Bürgertheater mit seinen Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit infiziert. Daphne heißt im übrigen auf griechisch Lorbeer, ergänzt Budeus-Budde, aber die Theaterlorbeeren hatten die Eltern wohl nicht im Sinn, als sie der Tochter diesen stolzen Namen gaben, sinniert die Rezensentin. Flucht aus Mainz, das Haus der Großeltern in Weimar, das Abenteuer einer fahrenden Schauspieltruppe lauten die Stationen von Daphnes Abenteuer, die auch Leserinnen typischer Mädchenbücher ansprechen sollten, meint Budeus-Budde. Dass diese nebenbei auch noch viel Wissenswertes über das ausgehende 18. Jahrhundert erfahren, liege im übrigen an dem Kunstgriff der Autorin, reale historische Persönlichkeiten in ihrem Buch auftreten zu lassen.
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…