Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN
9783462010862 Gebunden, 496 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Anja Mehrmann. Kalabrien, 1970er-Jahre: Die junge Liberata flieht vor der tristen Enge ihres Dorfes in die schillernde Welt der Fotoromane. Sie träumt sich an die Seite von Kinostars und schickt Polaroids an ihren Lieblingsschauspieler. Liberata glaubt an die unsichtbaren Dinge und die Gesetze der Natur - so wie ihr Vater, ein Insektensammler, es sie gelehrt hat. Während die Mutter in der Religion Zuflucht findet. Bis die politischen Unruhen der "Bleiernen Jahre" auch in das kleine Dorf vordringen und der rätselhafte, verführerische Mechaniker Luvio in Liberatas Leben tritt. Mit beunruhigender Intensität bricht er durch ihre Fantasiewelt. Die Fotoromane verlieren ihre Farben, und Liberata stürzt sich in die reale, bedrohliche Liebe.
Rezensent Dirk Fuhrig liest Domenico Daras Krimi aus dem Kalabrien der 1970er Jahre mit gemischten Gefühlen. Der Autor entfaltet darin eine von Fotoromanen inspirierte leidenschaftliche Liebesgeschichte, die Fuhrig weitgehend kitschig findet, bis Dara Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Gefühle und des Charakters des männlichen Liebhabers schürt und den Leser zum Nachdenken bringt. Die folgende Jekyll- und Hyde-Story entfaltet der Autor durchaus mit Geschick, gibt Fuhrig zu. Allerdings bestückt Dara seinen Roman mit zusätzlichen Motiven und Handlungssträngen, wie dem Terror der Roten Brigaden oder der Geschichte von Flauberts Madame Bovary. Für Fuhrig eindeutig zu viel, denn die Konstruktion des Textes gerät darüber ins Wanken. Daras "rasanter" Erzählstil sorgt jedoch dafür, dass der Rezensent nicht vorzeitig aussteigt.
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