Eckart Conze

Die große Illusion

Versailles 1919 und die Neuordnung der Welt
Cover: Die große Illusion
Siedler Verlag, München 2018
ISBN 9783827500557
Gebunden, 560 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Der Versailler Vertrag hat die Welt geprägt bis heute - alte Reiche versanken, moderne Nationalstaaten erwachten, es entflammten aber auch neue Konflikte, ob auf dem Balkan oder im Nahen Osten. Dabei waren 1919 die Hoffnungen der ganzen Welt darauf gerichtet, dass nach dem Großen Krieg eine stabile Ordnung geschaffen und dauerhafter Friede herrschen würde. Doch wie Eckart Conze in seinem glänzend geschriebenen und minutiös recherchierten Buch zeigt, erwiesen sich alle Hoffnungen als gewaltige Illusion. Denn weder die alliierten Sieger noch das geschlagene Deutschland und die anderen Verlierer waren bereit, wirklich Frieden zu machen. Auf allen Seiten ging auch nach dem Waffenstillstand der Krieg in den Köpfen weiter, mit verheerenden Folgen. Versailles - das war der Frieden, den keiner wollte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018

Bei den Versailler Verhandlungen richteten sich die meisten Hoffnungen auf den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson. Nicht nur weil er als großer Sieger aus dem Ersten Weltkrieg hervorgegangen ist, sondern weil der fromme Christ zuvor das Selbstbestimmungsrecht der Völker proklamiert hatte. Der Marburger Historiker Eckart Conze untersucht in seinem Buch die Folgen dieser Proklamation, von der die realpolitisch gesinnte Rezensentin Franziska Augstein eh nie viel gehalten ist. Laut Conze beschränkten sich Wilsons Vorstellungen auf die europäischen Völker, aber plötzlich reisten auch afrikanische und asiatische Delegationen nach Paris, die Vietnamesen kam mit Ho Chi Minh an der Spitze. Man ließ sie alle abblitzen. Augstein findet Conzes Überlegungen richtig und nachvollziehbar. Die große Illusion im Titel seines Buches bezieht Conze übrigens auf die Vorstellung, dass Demokratisierung und Nationalisierung den Frieden in Europa sicherer machen würden. Aber ob das das Ziel von Demokratisierung sei, sagt er nicht.

Beliebte Bücher

Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…