Als Schattenaussenminister bezeichnete ihn die NZZ. Als Nationalrat forderte er unser Milizparlament, als Diplomat und als Chefrapporteur des Europarates verhandelte er mit Gorbatschow, Putin und Schewardnaze. Er pendelte als pragmatischer Macher und erfolgreicher Mediator zwischen Bern, Strassburg, Brüssel, Washington, Moskau, dem Balkan und dem Kaukasus: Seine Erinnerungen sind ein Crash-Kurs in europäischer Politik und Zeitgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.07.2004
Der Rezensent mit dem Kürzel "bre" findet durchaus interessant, was der außenpolitisch umtriebige Schweizer Parlamentarier Ernst Mühlemann in seinen persönlichen Erinnerungen zu berichten hat. Mühlemann hatte sich seinerzeit für die Aufnahme Russlands in den Europarat eingesetzt und sich auch auf dem Balkan engagiert. Eine Begegnung mit Gorbatschow im Jahre 1981 wurde für ihn zum Wendepunkt seines politischen Lebens. Das Interessante des Buches liegt vor allem darin, dass das Buch trotz der unterhaltsamen Anekdoten, die man darin finden kann, keine "Memoirenliteratur" ist. Vielmehr versucht der Autor aufzuzeigen, "welche Rolle die neutrale Schweiz in der präventiven Diplomatie einnehmen kann - wenn sie denn gewillt ist." Obwohl das Buch bisweilen etwas "(allzu) extensiv" und oberlehrerhaft daherkommt, überwiegen für den Rezensenten die Vorzüge.
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