Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2026
ISBN
9783742511997 Download, 429 Seiten, 5,00
EUR
Klappentext
Der Lagerkomplex Auschwitz war aus vielen Gründen einzigartig innerhalb des nationalsozialistischen Lagersystems. Das Stammlager diente als Quarantäne- und Durchgangslager sowie als Konzentrationslager für Strafgefangene und Zwangsarbeiter. Ab 1941 wurden das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und das Arbeitslager Monowitz zur systematischen Ausbeutung von Häftlingen als Zwangsarbeiter durch die I.G. Farben AG und andere Industriebetriebe errichtet. Das Ineinandergreifen von deutscher Herrschaftsentfaltung, Umsetzung des rassenideologischen Vernichtungswillens und wirtschaftspolitischen Interessen der deutschen Industrie zeichnete Auschwitz aus. In der Nachkriegszeit war der Ortsname Auschwitz in Deutschland nahezu unbekannt. Inzwischen ist die komplexe Geschichte von Auschwitz in allen ihren Aspekten sehr gut erforscht. Ernst Piper legt hier die erste umfassende monografische Studie vor, die einen Überblick über den Forschungsstand gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.07.2026
Voll des Lobes ist Kritiker Konstantin Sakkas für Ernst Pipers umfassende Studie zum Lagerkomplex Auschwitz, die für ihn den Charakter eines Standardwerks hat und in dieser Funktion unbedingt Bestandteil des Geschichtsunterrichts werden sollte. Piper bündele und ergänze Forschungsbeiträge seit 1990 und zeichne damit nicht nur ein genaues Bild von Auschwitz, sondern auch von der Shoah insgesamt, also auch von dem, was außerhalb des KZs passierte: die Einsatzgruppenmorde, der sogenannte "Holocaust by bullets", seien ebenso Thema wie die "Aktion Reinhardt", während der 1,5 bis 2 Millionen Juden und Roma ermordet wurden. Auch die Vorgeschichte des Lagers behandelt Piper, so der Kritiker. Außerdem setzt sich der Autor mit anderen Forschungsmeinungen auseinander, wenn es darum geht, den Beginn der Vernichtung zu terminieren, auch die Diskussion, warum eine Bombardierung der Lager ausblieb, kommt zur Sprache, für Piper ist klar, dass es der Unwille war, nichtmilitärische Ziele anzugreifen. Das Weltbild der Nazis werde als "manichäisches" charakterisiert, bei dem "der Jude" immer schon "Gegenrasse" sei. Für Sakkas ein Werk von nicht zu überschätzender Bedeutung, das zudem gut verständlich ist.
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