Mit der Coronavirus-Pandemie und den Lockdowns wurde noch einmal klar, dass die Wohnung ein entscheidender Lebens- und Rückzugsort, aber auch ein Gefängnis ist. Obgleich der Mensch ein wohnendes Wesen ist, haben sich nur wenige Philosophen damit beschäftigt. Florian Rötzer unternimmt einen erstaunlichen Streifzug durch die Kulturgeschichte des Wohnens und wirft einen Blick in die digitale Zukunft, die das Wohnen radikal verändert. Denn unsere Wohnung von morgen ist nicht länger ein privater Rückzugsraum, sondern kann von überall gesteuert, eingesehen und gehackt werden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.04.2021
Rezensentin Sieglinde Geisel vermisst politische Stellungnahmen und eigene Gedanken des Autors in Florian Rötzer "Streifzügen" durch die Geschichte des Wohnens. Allzu beliebig erscheinen der ungnädigen Rezensentin die "Wohnbeispiele" von Platon bis zum Uterus, die Rötzer zusammenstellt. Dass der Autor Flusser, Foucault und Elias zitiert, sie aber nicht weiterdenkt, findet sie enttäuschend, zumal Flussers Sicht auf Migranten als Pioniere des Wohnens ihr politisch relevant erscheint.
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