Aus dem Italienischen von Thomas Bodmer. Aus der Perspektive eines Kindes erzählt "Die Flucht" vom beschwerlichen Weg einer Familie aus einem kriegsversehrten Land nach Europa. Eine Geschichte von Verlust und Enttäuschung, von Sehnsucht und Hoffnung, wie sie aktueller nicht sein könnte. "Die Flucht" ist eigentlich eine Geschichte von vielen Fluchten. Die Idee zu diesem Buch hatte Francesca Sanna nach der Begegnung mit zwei Mädchen in einem Flüchtlingszentrum in Italien. Sie hat zahlreiche Gespräche mit Migrantinnen und Migranten geführt, die eine ähnliche Reise hinter sich haben, wie sie die Familie im Buch durchlebt. Ihre Erlebnisse hat sie in die Geschichte einfließen lassen und in packenden Illustrationen zum Ausdruck gebracht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.03.2017
Roswitha Budeus-Budde fragt sich, ob der Familie, deren Flucht die Illustratorin Francesca Sanna in ihrem Bilderbuch erzählt, das Glück bestimmt ist. Dass die Autorin diese Frage offen lässt, findet sie mutig. Sie versteht es als Appell, der das Beispielhafte der Geschichte über Heimatlose unterstreicht. Wie die zunächst heitere Atmosphäre im Buch in den Zeichnungen langsam eindunkelt, lässt Budeus-Budde die Angst und Verzweiflung des Kindes, von dem der Text berichtet, spüren. Die kontrastreiche Bebilderung hat für sie etwas Archaisches und erinnert sie an Volkskunst.
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