Ein Fischer verschwindet vor Peru, spurlos. Ölbohrexperten stoßen in der norwegischen See auf merkwürdige Organismen, die hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, norwegischer Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu einer beunruhigenden Erkenntnis: Eine Katastrophe bahnt sich an. Doch wer oder was löst sie aus? Während die Welt an den Abgrund gerät, kommen die Wissenschaftler zusammen mit der britischen Journalistin Karen Weaver einer ungeheuerlichen Wahrheit auf die Spur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2004
Na bitte, was "ältere Amerikanerinnen, die in Venedig leben und in der Schweiz verlegen" können, können wir auch. Frank Schätzing hat mit seinem Öko-Thriller den deutschen Spannungsroman auf "internationales Niveau" gehoben, erklärt Robin Detje, der diese Gattung allerdings nicht sonderlich zu schätzen scheint. Der Spannungsroman ist ein "US-produzierter Literaturersatz für Technokraten", behauptet er. Schätzing erfülle alle diesbezüglichen Anforderungen. Als spezifisch deutsches Element macht Detje den religiösen "Grundton" aus, der auf Rettung und Erlösung zielt und selbstverständlich von den "letzten Dingen handelt". Unser Rezensent spottet zwar noch ein Weilchen über "Schätzings deutsches Öko-Weltgenesungswesen", doch gibt er zu, dass der Roman "spannend" ist. "Ein Fall von Edelschrott, den man nicht verachten soll, ein Qualitätsprodukt der Kulturindustrie, wie es der Rest der deutschen Industrie schon lange nicht mehr zustande bringt".
Der Rezensent Tobias Rapp kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Zunächst mal darüber, dass ausgerechnet Kiepenheuer & Witsch eine solche Thriller-Schwarte herausbringt und groß bewirbt. Fast noch mehr aber darüber, dass das Buch auch noch gelungen, ja, in weiten Teilen "großartig" ist. Der Autor ist im Hauptberuf ein erfolgreicher Werbeunternehmer aus Köln, aber schreiben, daran lässt Rapp keinen Zweifel, kann er auch. "Der Schwarm" ist die Geschichte mysteriöser Geschehnisse auf dem tiefsten Grund des Meeres, die allerdings recht schnell auch aufs Land und seine Bewohner übergreifen. Es wird dabei, soviel verrät die Rezension, halb Nordeuropa von einem Tsunami geschluckt. Einen Wermutstropfen allerdings gibt es leider doch: Das Ende kann nicht überzeugen, weil es, so Rapp, in seinem Antiamerikanismus zu simpel gestrickt ist - simpler auch als der Rest des heftig gepriesenen Buches.
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