Frauke Brosius-Gersdorf

Vaterschaftstests

Verfassungsrechtliche und verfassungspolitische Direktiven für eine Reform der Vaterschaftsuntersuchung
Cover: Vaterschaftstests
Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783428120536
Broschiert, 210 Seiten, 98,00 EUR

Klappentext

Frauke Brosius-Gersdorf widmet sich in ihrer Arbeit den einfachgesetzlichen und den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen der juristische Vater eines Kindes berechtigt ist, seine leibliche Vaterschaft untersuchen zu lassen. Sie zeigt, dass der rechtliche Kindesvater unter bestimmten Voraussetzungen einen grundrechtlich verbürgten Anspruch hat festzustellen, ob zu "seinem" Kind eine biologisch-genetische Beziehung besteht. Nach geltendem Zivilrecht kann der juristische Vater eines Kindes nur durch eine Vaterschaftsanfechtungsklage herausfinden, ob er der leibliche Kindesvater ist. Die Autorin arbeitet heraus, dass der Gesetzgeber von Verfassungs wegen ein Verfahren vorsehen muss, das es dem juristischen Kindesvater erlaubt, seine leibliche Vaterschaft festzustellen, ohne seine Vaterschaft anfechten zu müssen. Bei der Ausgestaltung eines isolierten Vaterschaftsfeststellungsverfahrens sind jeweils unterschiedliche Verfahrensregelungen vorzusehen für eine Vaterschaftsuntersuchung unmittelbar nach der Geburt des Kindes und für eine Vaterschaftsfeststellung in einem späteren Lebensalter des Kindes.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2006

Wohldurchdacht findet Rezensent Milos Vec diese juristische Auseinandersetzung mit den Vaterschaftstests, die Frauke Brosius-Gersdorf vorgelegt hat. Dass die Autorin mit der gegenwärtig geltenden Rechtslage, nach der DNA-Vaterschaftstests als verbotene Beweise gelten und vor Gericht nicht verwertet werden dürfen, nicht einverstanden ist, kann er gut nachvollziehen. Plausibel scheint ihm ihre Kritik am entsprechenden Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Januar 2005, das im Grunde auf einer fragwürdigen Grundrechtsabwägung basiere. Demgegenüber unterstreiche Brosius-Gersdorf das Recht des Vaters auf Wissen über die Abstammung seiner Kinder. Ihre Argumentation und ihre Vorschläge, die verschiedenen Interessen miteinander in Einklang zu bringen, lobt Vec als "lebensnah" und "differenzierend".

Beliebte Bücher

Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…