Ein Erzähler, möglicherweise ein ehemaliger Mönch, blickt zurück auf sein Leben: Kindheit und Jugend hatten darin keinen wahrhaftigen Platz, Vater und Mutter spielten nicht die ihnen zugedachte Rolle. Sein Weg führte ihn vom Glauben zum Zweifeln, vom Dorf in die Stadt. Der Stadt entflieht er in die Einsamkeit seiner Klause. Dort versucht er in Worte zu fassen, was ihn fassungslos macht, spürt den Gebeten nach, die einst so viel Kraft besaßen, vor dem Sturz Gottes …
Friedrich Ani kennt Rezensent Nico Bleutge überwiegend als Krimi-Autor, er ist aber auch Lyriker und hat nun einen neuen Band vorgelegt, in dem es viel um das Zweifeln geht. Nicht immer ist klar, ob man sich gerade in der Gegenwart oder der Vergangenheit befindet, schreibt Bleutge. Der titelgebende Stift ist für den Rezensenten mehrfach codiert: Als Schreibgerät, als kleiner Junge, aber auch als Kloster: "Fern vom Stift ist keine Gegend/Schreibend erfinde ich die Stadt." Kettenreime und Assonanzen prägen die Gedichte, die für den Kritiker am stärksten sind, wenn sich der Zweifel sowohl inhaltlich als auch strukturell niederschlägt, deshalb kommen ihm die ebenfalls beigefügten Gelegenheitsgedichte auch nicht ganz so überzeugend vor. Am besten findet er den Titelzyklus, resümiert Bleutge.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…