Gergely Peterfy

Baggersee

Roman
Cover: Baggersee
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2008
ISBN 9783552054301
Gebunden, 144 Seiten, 16,40 EUR

Klappentext

Übersetzt aus dem Ungarischen von Agnes Relle. Eine verbotene Zone, ein paradoxer, künstlicher Ort? - Sonderbar ist dieser Baggersee, der die Menschen mit magischer Kraft anzuziehen scheint. Merkwürdige Existenzen kommen mit allerlei Gepäck und voller Tatendrang an den See, um dort, wie es der selbsternannte und selbstverständlich alleswissende Aufseher formuliert, "zu ertrinken".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2008

"Große Literatur der kleinen Form" entdeckt Rezensent Paul Jandl in Gergely Peterfys Roman "Baggersee", dem ersten ins Deutsche übersetzten Roman des ungarischen Schriftstellers. So viel Lob für das "Schwebende" des Textes hat der Rezensent übrig, das auch für die Übersetzungskunst Agnes Relles noch genügend übrig bleibt. Die Geschichten um einen Baggersee, auf dessen Grund die Ertrunkenen liegen, und die "Menschen, die das Schicksal hier angespült" hat, verunsichern Jandl positiv. Polizisten, Knochensammler, böse Frauen und Maler bevölkern das Buch; Beckett, Bernhard und Kafka sieht er als literarische Paten. Die Grenzen von Tod und Leben verschwinden, ist man noch hier oder schon jenseits, im Jenseitigen? Poetisch und düster zugleich findet das alles der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2008

Dieser Baggersee ist alles andere als ein Idyll. Ja, er ist das gerade Gegenteil davon: Am Ufer Datschen, die verfallen, Müll, der verrottet, Menschen, die sich betrinken - und auf dem Grund des Sees Leichen. In seinem ursprünglich 2004 erschienenen Roman malt der in seiner Heimat bereits mehrfach ausgezeichnete ungarische Autor Gegerly Peterfy diesen See, der die Allegorie eines Zustands ist, genüsslich aus. Die Figuren, die Peterfy an den Baggersee schickt, sind allesamt, so die Rezensentin Sabine Berking, "tote Seelen" wie aus einem Beckett-Stück, Strandende, Scheiternde alle - und "richtige Bösewichter" manche. Zwei Brüder vor allem, von denen der eine mal ein wenig fliegen konnte, nun aber, da er es nicht mehr kann, sind die beiden zu Prüglern geworden. Die Rezensentin hat sich von diesen Skizzen offensichtlich bezaubern lassen, lobt das Buch als kleines Meisterwerk und findet auch an Agnes Relles Übersetzung keinen Makel.
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