Giacomo Leopardi

Opuscula moralia

Oder vom Lernen über unsere Leiden zu lachen
Cover: Opuscula moralia
Die Andere Bibliothek, Berlin 2017
ISBN 9783847703891
Gebunden, 360 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Aus dem italienischen, mit erläuternden Anmerkungen und einem Nachwort von Burkhart Kroeber. Mit einem Essay von Paul Heyse über Leopardis Weltanschauung. Leopardis "Operette morali" gelten in Italien seit ihrem ersten Erscheinen 1827 als Musterbeispiel einer satirisch-philosophischen Prosakunst mit poetischer Grundierung: originelle Fabeln, Szenen über das Schicksal des Menschengeschlechts in seinen "Irrungen und Wirrungen" - eine erzählende Philosophie, die Nietzsches Also sprach Zarathustra vergleichbar ist: anregende, von Geist und Witz nur so sprühende und melancholisch-heitere, meist dialogische Stücke in einer leichten und melodischen Prosa. Den Titel "Operette morali" (wörtlich: Moralische Werkchen) hat der Übersetzer latinisiert, da Leopardi an Plutarchs "Moralia" gedacht hat, Kroeber auch an Adornos "Minima Moralia".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2018

Giacomo Leopardis nach Art platonischer Dialoge verfasste moralische Betrachtungen in der "eleganten" Neuübersetzung von Burkhart Kroeber sind laut Rezensent Niklas Bender durch ihre Verwendung rhetorischer Mittel wie der Hyperbel, des Gegensatzes und der Steigerung wie auch ätzender Satire an die Schriften Voltaires und Diderots angelehnt. Leopardis Betrachtungen zum Leiden und zum Lachen erinnern aufs Schönste an diesen Meister der schwarzen Romantik, so Bender. Die alte Einleitung von Paul Heyse hingegen scheint Bender entbehrlich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2017

René Scheu freut sich über die "moderne" Neuübersetzung des großen Moralisten Giacomo Leopardi durch Burkhard Kroeber. Die ironischen Dialoge a la Lukian, die Leopardi hier laut Scheu raffiniert und mit "ungeheurer" Fantasie inszeniert, lassen den Rezensenten unter anderem die Untiefen der Gesinnungsethik erkennen. Schwere Themen leicht gefasst, wie das geht, zeigt ihm Leopardi und erfindet nebenher eine neue, schnörkellose Gedankenprosa, die den Rezensenten noch heute beeindruckt und ganz unmittelbar seine Laune hebt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2017

Rezensentin Maike Albath entdeckt in dem vermeintlichen Melancholiker und Misanthropen Giacomo Leopardi intellektuelle Schärfe und literarische Kraft. Die witzigen philosophischen Erkenntnisse des kleinen Mannes aus Recanati, die hier in Auswahl vorliegen, vorzüglich kommentiert und übersetzt durch Burkhart Kroeber, wie Albath findet, reißen die Rezensentin mit. Obwohl Leopardi seinem Pessimismus freien Lauf lässt, wenn er mit den antiken Philosophen im Gepäck die "Welt als Materialist" betrachtet, verträgt Albath die Lektüre gut. Das liegt am "nie gellenden", eher sanften und heiteren Ton, in dem der Autor laut Albath Lehrbeispiele, Dialoge und Parabeln, Zeitgenossen und allegorische wie mythische Figuren präsentiert.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Caroline Wahl. 1999 Meter über dem Meer - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer
Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…