Gustav-Adolf Schur

Täve

Gustav-Adolf Schur erzählt sein Leben
Cover: Täve
Das Neue Berlin Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783360009487
Gebunden, 256 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Über Täve Schur sind hunderte von Artikel geschrieben worden und ganze Bücher. Nun erzählt er sein Leben selbst. Gustav-Adolf "Täve" Schur erzählt in seiner Autobiografie von seiner Kindheit während des Krieges, von seinem Elternhaus, von der Lust aufs Radfahren und seinen Trainingsfahrten gegen den Linienbus, von den ersten, oft improvisierten Rennen Anfang der fünfziger Jahre, über Weltmeisterschaften und die große Zeit der Friedensfahrt und warum er bis heute einer entgangenen Profi-Karriere keine Träne nachweint. Er spricht über das Land, in dem er zum erfolgreichen Sportler wurde, darüber, wie dort gelebt und wie dort Sport betrieben wurde, was für ihn und seine Familie die Wendezeiten brachten und warum er sich heute mehr denn je für den Breiten- und Schulsport engagiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2001

Die Welt vom Rennrad aus gesehen - Heribert Hoven macht sich da keine großen Illusionen -, so aus der Fahrt betrachtet, über den Lenker erspäht, da kann nicht viel bei rauskommen. Lebensnähe in den Geschichten über die Neuanfänge des Radsports nach dem Krieg ist denn auch so ziemlich alles, was der Rezensent dem Buch an Qualitäten zugestehen will. Dagegen, wenn Schur mitunter den Kalten Krieg fröhliche Urständ feiern lässt, wenn der Autor sich als Biedermann, "als ehrliche Haut" gibt, aber ständig "Ausweichmanöver" fährt und den "bekannten Rechtfertigungsgestus" kultiviert - dann möchte der Rezensent doch lieber gleich Uwe Johnson lesen. Der nämlich porträtierte den Radrenner Schur in seinem Roman "Das dritte Buch über Achim" als "schimärenhaften Opportunisten, der letztlich sich selbst entfremdet ist."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.03.2001

Die zum siebzigsten Geburtstag des Radsportlers erschienene Autobiografie sorgt bei Christoph Dieckmann einerseits für leise, sympathisierende Erheiterung über die DDR-Nostalgie des Helden und die Darstellung der Bedeutung des Sportes für das internationale Renommee der DDR. Irritiert bis ablehnend steht er jedoch Schurs politischer Gesinnung gegenüber. Im Gegensatz zu seinen ausführlichen Erinnerungen über die Radsportzeiten, scheint er sich an die SED-Zeiten nicht sehr detailliert zu erinnern; dass er Gorbatschow einen Idiot nennt und rüde von "Sowjets" redet, bemerkt Dieckmann lakonisch distanziert.

Beliebte Bücher

Caroline Wahl. 1999 Meter über dem Meer - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer
Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…