Hartmut Leppin

Justinian

Das christliche Experiment
Cover: Justinian
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2011
ISBN 9783608942910
Gebunden, 448 Seiten, 27,95 EUR

Klappentext

Justinian war ein Bauernsohn aus Illyrien. Sein Onkel holte ihn nach Konstantinopel und baute ihn zum Nachfolger auf. Dem Emporkömmling gelang es, noch einmal die Kräfte des Römischen Reiches zu bündeln. Energisch trieb er die innere Umgestaltung voran, mit dem Ziel, ein christliches Reich aufzubauen. Doch auf glanzvolle Siege folgten seit 540 militärische Niederlagen und verheerende Naturkatastrophen. Im Kontrast zum frommen Kaiser zeigten sich in dieser Epoche auch ein letztes Mal kraftvoll die heidnischen Lebensformen. Doch diese antike Vielfalt verging unter Justinians Herrschaft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2012

Grandios gescheitert ist nicht der Autor dieser Biografie über Kaiser Justinian, der Althistoriker Hartmut Leppin, sondern der hingebungsvolle spätantike Herrscher selbst, wie Stefan Rebenich feststellt. Das Buch, mittenmang in der Justinian-Konjunktur, hält er für außerordentlich, da es die Forschung bindet und doch auch ein klares eigenes Bild zeichnet, das dem Kaiser mit all seinen Ambivalenzen sehr gerecht wird, wie Rebenich findet. Die pointierte Schreibe des Autors nimmt den Rezensenten mit in eine apokalyptische Zeit. Er erfährt, wie sich diese im Kaiser spiegelt, und wie sich Justinian dennoch behauptet als Handelnder, nicht als Getriebener.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2012

Das ist doch was! Zu lernen ist aus Hartmut Leppins Versuch, Justinians Kaiserleben als Bildungsroman zu erzählen, laut Andreas Kilb vor allem eines, die schwierige Quellenlage trägt dazu bei: Nicht das Individuum des Politikers zählt, sondern das Zeitalter und seine Eigenschaften, die das politische Tier bilden. Ogott, dann sieht's allerdings schlimm aus. Für Leppins Buch allerdings auch. Bedeutet es doch, dass sein Versuch, ein schlüssiges Chrakterbild des Herrschers zu zeichnen, scheitert. Mit spitzerer Feder gezeichnet hat die Wandlung zum Büßer und Grübler laut Kilb ohnehin ein anderer vor Leppin: Mischa Meier.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…