Aus dem Englischen von Michaela Grabinger. Willkommen im mittleren Alter - ein Ort, wo wir durch die neu erworbene Gleitsichtbrille erlöst auf die verlorene Jugend blicken und uns mit ganzer Kraft den Abgründen der Gegenwart widmen können: schlaflose Nächte, alte Kuchenrezepte, neue Zipperlein und langsam die
Form verlierende Körper.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2018
Die angenehmen Seiten des Alters um die Fünfzig lernt Rezensentin Jeannette Villachica durch die Erzählungen Helen Simpsons kennen. Besonders die weiblichen Figuren des Buchs genießen diese Lebensphase, in der der Karrieredruck vorbei und die Kinder aus dem Haus sind, so Villachica. In gewitzten Gesprächen und traumartigen Monologen reflektieren hier laut der Rezensentin überwiegend Frauen aus der Oberschicht, was ihr Leben noch für sie bereithält. Zuerst hat Villachica befürchtet, dass diese Überlegungen "gutsituierter Großstädter", die sich mit Wellness, Backen, Kunst und Nachrichten beschäftigen, ins Profane abgleiten könnten. Stattdessen trifft Simpson mit ihrem, so die Rezensentin, ironischen Blick auf die Figuren und mit der Komplexität, die sie ihnen durch Einblicke in ihre Vergangenheit verleihe, den Zeitgeist. Blendend unterhalten fühlt sich Villachica außerdem.
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