Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Am Ende eines heißen Sommertags werden die Polizisten Virginie, Aristide und Érik mit einem Sondereinsatz beauftragt: Sie sollen einen Flüchtling, dessen Antrag auf Asyl abgelehnt wurde, zum Flughafen bringen. Schnell begreift Virginie, dass den Mann in seiner Heimat der sichere Tod erwartet. Sie und ihre Kollegen geraten in einen Gewissenskonflikt: Gehorsam leisten oder den eigenen moralischen Instinkten folgen? Die Fahrt nach Roissy wird zu einer schweren Prüfung, aus der keiner der Beteiligten unversehrt hervorgeht, wenngleich jeder andere Konsequenzen für sich daraus zieht.
Ein packend erzählter Roman, der einem ungelösten gesellschaftlichen Konflikt ein menschliches Gesicht gibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2019
Knapp, aber wohlwollend bespricht Marie Schmidt diesen Roman des französischen Autors Hugo Boris, der von drei Polizisten erzählt, die einen Tadschiken aus einem brennenden Asylheim holen, um ihn abzuschieben. Zumindest eine Polizistin überkommen bei der Durchsicht seiner Akte Zweifel, als sie erfährt, dass ihm nach der Abschiebung in seiner Heimat der Tod droht, informiert die Kritikerin. Dass Boris die Story als Krimi und die Konflikte ein wenig "modellhaft" anliegt, fällt für Schneider nicht allzu sehr ins Gewicht: Die "schlichte Klarheit", mit der der Autor die Entwicklung schildert, nimmt sie schnell für den Roman ein.
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