Das Migrationsphänomen wird vor dem Hintergrund der Globalisierung und des demografischen Wandels speziell auch in Deutschland dargestellt. Gründe, Formen und Langzeitfolgen der politischen Tabuisierung und aufschiebenden Behandlung werden behandelt, die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge werden beschrieben. Migration eröffnet Chancen für Migranten und Aufnahmeländer, vollzieht sich aber nicht konfliktfrei. Die Autorin analysiert die alten und neuen Antworten der Politik auf diese Fragen und setzt sich mit den bisherigen Erfolgen und Misserfolgen auseinander. Desweiteren werden zivilgesellschaftliche und kommunale Lösungsansätze in Deutschland vorgestellt, bei denen es bereits jetzt zum Teil ganz erstaunliche Erfolge gibt.
Als "augenöffnenden Beitrag zur Integrationsdebatte legt Rezensent Gunter Hofmann Rita Süssmuths neues Buch seinen Lesern "dringend" an Herz. Es fuße auf dem Bericht der Weltkommission für Migration der Vereinten Nationen, zu der auch Süssmuth gehört, und dementsprechend predige sie Integration nicht als "Bringschuld der Fremden". Vielmehr stelle sie diese Argumente auf die Füße und führe an Beispielen vor, dass sich auch die Haltungen der Länder ihren Migranten gegenüber ändern müssen, wenn die Integration gelingen solle. Aber auch sonst beeindruckt Rita Süssmuth den Rezensenten mit der Art, wie sie ihrem Buch "souverän, weltoffen und argumentativ" dabei hilft, Tünche und Unehrlichkeit von der gegenwärtigen, "jämmerlich verkürzten nationalen" Integrationsdebatte "abzuschminken", um zu den tatsächlichen Fragen vorzudringen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2007
Respektvoll äußert sich Christian Kind über den "reichen" Erfahrungsschatz der Autorin, der den in diesem Band anklingenden Forderungen und Ratschlägen zugrunde liegt. Rita Süssmuths Buch hält Kind für "gehaltreich" genug, um auch über nationale Interessen hinaus Verständnis für das Thema Migration zu wecken und die Integrationsproblematik als entscheidende und global anzugehende Aufgabe der Zukunft auszuweisen. Den leicht moralisierenden Ton gesteht Kind der Autorin angesichts der Bedeutung des Themas gerne zu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2006
Für Rezensent Stefan Luft liegen die Analysen und Ratschläge der Autorin zu weit von den tatsächlichen Problemen und finanziellen Möglichkeiten der Kommunen entfernt oder sie hielten einer "Überprüfung nicht stand". Beispielsweise widerspreche ein Bericht der von Rita Süssmuth geleiteten Kommission Zuwanderung aus dem Jahr 2001 ihrer Behauptung, das Thema Integration sei erst mit der Einwanderungsgesetzgebung von der Politik entdeckt worden. Zudem berücksichtige Rita Süssmuth keine aktuellen Studien zum Thema Wohnsegregation und Zweitspracherwerb oder erwähne sie lediglich in Fußnoten. Wenn die Autorin ein positives gesellschaftliches Klima gegenüber Zuwanderung einfordert, dann haben solche und andere Formulierungen für den Rezensenten den Charakter von Leerformeln. Zu "abstrakt" seien dieserart Empfehlungen, das Buch möglicherweise einfach zu schnell geschrieben.
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