Aus dem Amerikanischen von Anne Brauner. Der zwölfjährige Chris darf auf Einladung seines Onkels an einem Segeltrip entlang der Küste Alaskas teilnehmen. Doch keine zwei Tage nach dem Start kentert das Boot; nur Chris und ein drei Jahre älterer Junge namens Frank - der Chris von Anfang an hasst - überleben. Die zwei Jungs retten sich an eine verlassene Küste - ohne Feuer, ohne Nahrung, ohne Funkmöglichkeit. Sie müssen den Strand nach Essbarem absuchen und Fische fangen. Bei einem neugierigen, freundlichen Raben fühlt Chris sich deutlich wohler als in der Gesellschaft des reizbaren Frank, aber die beiden müssen sich arrangieren, wenn sie in der Wildnis überleben wollen. Und was für ein Geheimnis birgt der unheimliche Baum der Toten, auf den sie bei ihrer Suche stoßen? Schließlich entdecken Chris und Frank eine unglaubliche Gemeinsamkeit zwischen sich. Und entwickeln ein Mitgefühl füreinander, das vielleicht den Weg in die Rettung weist …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.05.2021
Rezensent Florian Welle enthält sich eines klaren Urteils zu Iain Lawrence' Abenteuerroman. Erzählt wird hier die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Jungen, die an der Küste Alaskas stranden und trotz Antipathien gemeinsam um ihr Leben kämpfen müssen. "Rasant erzählt" sei diese Geschichte, mit einer "schauerlichen Seite", schreibt Welle. Dass damit auch eine gewisse Spannung beschrieben ist, können wir nur vermuten. Außerdem erfahren wir von zahlreichen Verweisen auf Daniel Defoes "Robinson Crusoe", aber auch auf Charles Dickens und Mary Shelley. Das "schauerliche" Element a la Shelley in diesem Buch, erklärt Welle, ist jenes "Wesen", dass einer der Jungen nachts zu hören glaubt sowie der titelgebende Skeleton Tree. In Bäumen wie diesem haben die Indigenen früher ihre Verstorbenen bestattet, wie der Rezensent dem Nachwort entnimmt. Was auch immer Welle von "Skeleton Tree" hält - immerhin hat er etwas gelernt.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…