Aus dem Niederländischen von Birgit Erdmann. Die junge Floristin Frieda wächst in den Sechzigerjahren in einem streng katholischen Umfeld auf. Als sie an einem späten Winternachmittag einen zugefrorenen Fluss betritt, weiß sie nicht, dass sich gleich alles für sie verändern wird. Auf dem Eis trifft sie den verheirateten Otto. Sie erleben eine Liebe, die stürmisch beginnt und schicksalhaft endet: Frieda wird schwanger - ein Skandal in der Welt, in der sie sich bewegt. Und so darf sie ihrem heimlichen Kind nie Mutter sein. Jahrzehntelang behält sie die Erinnerungen an diese Episode ihres Lebens für sich. Doch die Trauer um das verlorene Kind bleibt, trotz der späteren Heirat, trotz des Sohns, den sie noch bekommt. Im Alter von einundachtzig Jahren ist Frieda plötzlich wieder allein. Der stille Kummer kehrt mit Wucht zurück. Erst da wagt sie, sich ihrer Geschichte zu stellen - und sie zu teilen.
Rezensentin Bettina Baltschev findet, dass Jaap Robben mit seinem Buch über eine traumatische Mutterschaft in den 1960er Jahren in den Niederlanden ein wichtiges Thema aufgreift. Der Autor beleuchtet auf einfühlsame Weise sowohl das individuelle Schicksal einer Totgeburt als auch die gesellschaftlichen Verhältnisse und den Umgang mit unehelicher Mutterschaft in einer anderen Zeit, erläutert Baltschev. Die Anlage des Textes als Erinnerungsstrom der in einem Pflegeheim untergebrachten Protagonistin ermöglicht es dem Autor laut Rezensentin, dem Leben einer Frau Stück für Stück Kontur zu verleihen und die Themen Ächtung, Schmerz und Verdrängung zu durchdringen.
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