Aus dem Spanischen von Ursula Bachhausen und Anja Lutter. Warum zertrümmert ein Rentner mitten in Barcelona die Windschutzscheibe des Wagens der Journalistin Fátima Moreo? Holt die Vergangenheit ihres toten Vaters Fátima und ihre Familie ein? Wochen zuvor wurde General Gerardo Moreo am Strand von Roses leblos aufgefunden - und seither kommen immer neue Geheimnisse ans Tageslicht, die niemand für möglich gehalten hätte. Die alten Seilschaften aus der Zeit der Kolonialherrschaft über Afrika bestehen noch immer fort: Nach und nach entdeckt Fátima die Verstrickungen ihres Vaters und anderer hochrangiger Militärs aus Spanien und Frankreich in politische Intrigen und Mord. Und auch ihre tagein, tagaus mit der Suche nach Trüffeln beschäftigte Mutter ist nicht so unschuldig, wie sie tut.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2016
Wie Javier Sebastián in seinem bereits 2004 im Original erschienenen Buch Fakten und Fiktion gekonnt vermischt, gefällt Maike Albath sehr. Das erinnert sie an Graham Greene und Leonardo Sciascia, oder auch an Roberto Bolaño und Rafael Chribes, vor allem weil Sebastián sein realistisches Erzählen in die Tradition der Moralistik stelle. Einprägsame Figuren, ein zurückgenommener Stil und ein immens spannender politischer Plot überzeugen die Rezensentin. Der kontrastreich erzählten Geschichte um postkoloniale Politik, Militärgeheimnisse, spanisch-französische Kooperationen in den Kolonien und das Fortwirken der Vergangenheit im Jetzt verfällt sie umgehend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.11.2015
Jutta Person hätte gern mehr gewusst über den Anteil der Fakten in diesem bereits 2004 im spanischen Original erschienenen Roman von Javier Sebastian. Was die spanische Armee 1968 in Äquatorialguinea getrieben hat, ist ihr außerdem nicht geläufig. Ein Nachwort wäre ihr also recht gewesen. So aber muss sie dem Autor glauben, wenn er die Geschichte familiärer Verstrickungen in koloniale und postkoloniale kriminelle Machenschaften in und um die spanische Ex-Kolonie nach Art eines Psychothrillers erzählt. Dass der Autor dies mittels sich ständig überlagernden Erzählperspektiven macht, nimmt dem Text eine Menge von seiner Spannung, kritisiert Person.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…