Zwölf Monate Arbeit - Kunst machen, Lohnjob, Mutterschaft. Ein Tagebuch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2023
Rezensentin Emilia Kröger schätzt Jenny Schäfers inhaltliche Direktheit und formale Experimentierfreude. In ihrem Buch schreibt die Autorin notizenhaft und tagebuchartig über ihr Arbeitsleben zu Corona-Zeiten, wobei sie unter Arbeit sowohl Lohn- und Carearbeit als auch die künstlerische Arbeit fasst, wie Schäfer festhält. Wie die Autorin in knappen Beobachtungen und Auflistungen ("Kindergarten, Impfung, Fotojob, Schlechte Laune"), dann wieder selbstreflexiven Ausschweifungen über das Schreiben oder Muttersein von ihrem Alltag berichtet und dabei einen klaren feministischen Schwerpunkt setzt, findet die Kritikerin thematisch spannend und wichtig. Am interessantesten scheint ihr dabei Schäfers Umgang mit Sprache, der sie einerseits an Chat-Nachrichten mit der besten Freundin erinnert, andererseits aber auch poetische Passagen entstehen lasse und kunstphilosophische Höhenflüge ermögliche. Ein abwechslungsreiches, nahbares und gesellschaftspolitisch aufschlussreiches Buch, lobt die Kritikerin abschließend.
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