Aus dem Schwedischen von Karl-Ludwig Wetzig. Zeitlebens hat Olof im Schatten seines selbstbewussten Bruders Carl gestanden. Carl war der Liebling der Mutter, der allerdings in Ungnade fiel, als er mit seiner Frau Klara (mit der Olof seine eigene Geschichte hat) und den beiden Söhnen aus Karrieregründen in die USA auswanderte. Viele Jahre später nun treffen die ungleichen Brüder am Sterbebett der Mutter wieder aufeinander, in ihrem Landhaus in den südfinnischen Schären - und mit ihnen ihre Familien, alte Rivalitäten und Träume, Fehler und Versäumnisse. Es dauert nicht lange, bis der Frieden des Spätsommers, der über der Insel liegt, brüchig wird. Gerade noch rechtzeitig erkennt Olof, dass der Moment gekommen ist, um aus dem Schatten seines Bruders herauszutreten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2018
Rezensent Matthias Hannemann scheint beeindruckt von Johan Bargums im Original 1993 erschienenem Roman. Leicht erzählt, knapp, prägnant findet er die psychologisch fein ausgeleuchtete Familiengeschichte, in der es um die Zusammenkunft zweier ungleicher Brüder und einen Minderwertigkeitskomplex geht. Die latente Aggression des einen sorgt laut Hannemann für Spannung innerhalb des sonst stillen Geschehens. Dass der Schluss etwas "gefühlig" wird, findet der Rezensent verzeihlich.
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