Johanna Sebauer

Popom

Roman
Cover: Popom
DuMont Verlag, Köln 2026
ISBN 9783755800798
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Seine Endzwanziger hat sich Hendrik Popom anders vorgestellt. Nichts will ihm so richtig gelingen. In seinem Agenturjob sitzt er seine Zeit ab, mit seiner Freundin lief es schon einmal besser, und dann ist da plötzlich dieser Mann - Popóm. Er ist fast doppelt so alt und dennoch weiß Hendrik: Dieser Mann bin ich. Zögerlich nähern sich die beiden einander an. Ihre Beziehung ist voller Rätsel, Zuneigung und Widerstände. Hendrik hofft, in seinem anderen Ich das zu finden, was ihm in seinem Leben fehlt - Halt und Zuversicht. Doch je stärker er sich an Popóm klammert, desto mehr weicht dieser zurück. Als er sich einer Kollegin anvertraut, begreift er, welch hohen Preis man zahlt, wenn man sich dem Leben entzieht. In 'Popóm' entfaltet sich das klassische Literaturmotiv des Doppelgängers vor der Kulisse einer immer unübersichtlicheren Gegenwart. 

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.07.2026

Gleich zwei Bücher der Österreicherin Johanna Sebauer kann der überzeugte Kritiker Konstantin Ames entdecken: Packende Dialoge und gewitzte Medienkritik machen beide Bände aus. Ihr zweiter Roman dreht sich um Hendrik Popom, einen ziemlich durchschnittlichen Menschen, der seinem älteren Selbst Hendrik Popóm begegnet, resümiert Ames, novellenartig, mit Rückgriff auf Phänomene wie Binnen-Krisenerzählungen und dialogstark schildere Sebauer das Doppelgänger-Motiv. Popom/Popóm sind sich fremd, auf "Sympathielenkung" wird verzichtet, wie der Rezensent lobt, so werde die Geschichte um die Doppelgänger und ein Geheimnis, das sie vielleicht teilen, auch eine Parabel auf den Narzissmus unserer Zeit, aus dem Weltflucht in fiktionale Welten nicht mehr möglich sei. Gespickt ist das Ganze mit ironischer Ratgeber-Sprache und Autorinnen-Cameo, mit Verweisen auf Aphorismen und KI-Literatur, was Ames insgesamt sehr zusagt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.07.2026

Rezensent Martin Oehlen pfeift sich Johanna Seebauers "zumeist luftig-leichten" Roman rein, und zwar mit Genuss. Die auf murakamimäßig wackligem Boden angesetzte Geschichte um einen Mann, der sein älteres Ich trifft und neugierig ausfragt, hält laut Oehlen jede Menge Spaß bereit. Wer sich auf das kuriose Setting der zwei Popoms einlässt, wird mit Surrealem, zwei Realitätsebenen, aber auch mit Bodenständigem belohnt. Ein angenehmes, amüsantes Spiel mit witzigen Dialogen, verspricht Oehlen. 

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