Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens. Im Frühjahr 1940 verließen John Steinbeck und sein bester Freund, der Meeresbiologe Ed Ricketts, an Bord eines Sardinenkutters den Hafen von Monterey.
Sie wollten die Tierwelt der kalifornischen Küste untersuchen, das "wahre Leben" dabei aber keinesfalls aus den Augen verlieren: So enthält Steinbocks "Logbuch" Beschreibungen der von den Gezeiten geprägten Fauna - und daneben höchst unterhaltsame Einlassungen über mythische Meerwesen, den Fortpflanzungstrieb
der Biologen oder den widerspenstigen Außenbordmotor namens "Seekuh". Steinbecks Aufzeichnungen erscheinen hier in neuer Übersetzung und mit einem Nachruf auf Ed Ricketts, der 1948 nach einem Zugunglück verstarb und
zum Vorbild für die Figur des Doc aus 'Die Straße der Ölsardinen' wurde. Zusammen mit Steinbecks unsentimentalen Erinnerungen an den Freigeist Ricketts
wird das Logbuch des Lebens zu einer Hymne auf das Leben und die Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2018
Rezensent Thorsten Gräbe freut sich über Henning Ahrens' Neuübersetzung von John Steinbecks "Logbuch des Lebens". Gern begibt sich der Kritiker noch einmal ins Jahr 1940, um mit Steinbeck und dem Meeresbiologen Ed Ricketts in dieser, wie er findet, gelungenen und beobachtungsreichen Mischung aus Wissenschaft, Philosophie, Abenteuer und Witz eine Forschungsreise zu den wirbellosen Meerestieren an den Uferzonen des Golfes von Kalifornien zu begehen. Dass Ahrens im Gegensatz zur älteren Übersetzung von Rudolf Frank zur "Wir"-Form zurückkehrt und damit das verlagsinternen Querelen geschuldete "ich", "Ed und ich" oder "vermutlich ich" ausbessert, findet Gräbe klug. Das nur vier Seiten umfassende Vorwort erscheint ihm angesichts der sonst vom mare-Verlag gewohnten üppigen Zusatzmaterialien allerdings dürftig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2018
An der Neuübersetzung von John Steinbecks Reportage "Logbuch des Lebens", in Buchform veröffentlicht, findet Rezensent Hans-Peter Kunisch Gefallen. Die neue deutsche Fassung werde dem wissenschaftlichen Vokabular des Meeresbiologen Ed Ricketts gerecht, Steinbecks Begleiter auf einer sechs wöchigen Forschungsreise durch den Golf von Kalifornien. Von der aufmerksamen Beobachtungs- und Erzählweise des mexikanischen Gelehrten Francisco Xavier Clavijero, der bereits im achtzehnten Jahrhundert über den Golf schrieb, lässt sich Steinbeck inspirieren, so Kunisch. Dem Rezensenten versteht, dass Steinbeck die Möglichkeit eines Naturverständnisses nur im menschlichen Eingreifen sieht, wodurch die Natur immer ein Stück manipuliert zurückgelassen wird. Zudem lobt er das gelungene Porträt weißer, amerikanischer Arbeiter der Fischindustrie um 1940, das auf der Empathiefähigkeit der Reisenden gründet.
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