Mit einem Nachwort von Armin Krishnan. Übersetzt von Nadine Miller. Jonathan Bloch und Paul Todd untersuchen in diesem Buch die Frage, inwieweit die technische Entwicklung und die durch die Bedrohung des Terrorismus veränderte weltpolitische Lage die Arbeit der Geheimdienste und ihre Ziele verändert. Sie diskutieren die neuen Aufgaben und Arbeitsmethoden mit Blick auf konkurrierende gesellschaftspolitische Ziele wie die demokratische Kontrolle und die Wahrung der bürgerlichen Freiheitsrechte. Behandeln die meisten Bücher über Geheimdienste deren Geschichte, so stehen hier ihre Gegenwart und Zukunft in demokratischen Gesellschaften im Mittelpunkt: Inwiefern untergraben die an den Rändern der Legalität operierenden Geheimdienste die Grundrechte der jeweils eigenen Bevölkerung? Die vorliegende Untersuchung über globale Spionage behandelt nicht nur die großen Geheimdienste wie CIA, FSB und Mossad, sie wirft darüber hinaus auch einen Blick auf die Aufgaben und Arbeitsmethoden des BND sowie unterschiedlicher Geheimdienste in den Entwicklungsländern. Ein ausführlicher Anhang gibt einen Überblick über die Möglichkeiten, sich über bestimmte Geheimdienste aktuell zu informieren und unterstreicht das Anliegen der Autoren, die Arbeit der Geheimdienste der demokratischen Kontrolle zu unterwerfen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2006
Insgesamt enttäuscht zeigt sich Volker Foertsch von diesem Buch über die Bedeutung der Spionage im 21. Jahrhundert, das Paul Todd und Jonathan Bloch vorgelegt haben. Immerhin bescheinigt er Armin Krishnans Vorwort, mit einigen "interessanten Thesen" zu aktuellen Entwicklungen der Spionage aufzuwarten, die mit Schlagworten wie Internationalisierung, Technisierung, Militarisierung und Privatisierung umschrieben werden können. Seinem Anspruch, die Rolle der Geheimdienste in der Zukunft darzustellen, wird das Buch zu Foertschs Bedauern dann allerdings in keiner Weise gerecht. Bei ihrer Beschreibung verschiedener Geheimdienste und deren Affären geben die Autoren Deutungen, die Foertsch als "fragwürdig", häufig sogar als "offensichtlich falsch" einstuft. Außerdem tadelt er den Text als schlecht redigiert, moniert sachliche Fehler und Ungereimtheiten und rügt schließlich eine Reihe von "merkwürdigen" Formulierungen. "Es ist schade", resümiert der Rezensent, "dass ein so interessantes Thema so enttäuschend behandelt wird."
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