Aus dem Englischen von Elvira Willems. Die Medizin hat viele Gesichter. Jonathan Kaplan hat viele von ihnen kennen gelernt. Er war Chirurg einer Klinik, fliegender Arzt, medizinischer Offizier an Bord eines Schiffes und Chirurg an den verschiedensten Kriegsschauplätzen dieser Erde. Sein Beruf führt ihn nach Burma, Kurdistan, Mosambik, in das Südchinesische Meer, nach Namibia und Eritrea. Wo das Leben für viele Menschen ein tägliches Ringen um die bloße Existenz ist, ficht er als Mediziner einen fast aussichtslosen Kampf gegen die äußeren Umstände und gegen seine eigene Ohnmacht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.09.2003
Keineswegs selbstgefällig sei dieser Erfahrungsbericht eines Arztes, der schon in allen Krisen- und Entwicklungsregionen der Welt gearbeitet hat, meint die Rezensentin Birgit Weidinger, die in dem Buch vielmehr weitere Fragen aufgeworfen sieht: "Denn immer wieder fordert Kaplan die Frage nach seinen Motiven heraus: Helfersyndrom, Selbstverwirklichung, Abenteuerlust, Angst vor lähmender Alltagsroutine?" Sie vergleicht den Umgang des Arztes mit seinen beruflichen Fähigkeiten mit dem Verhalten eines Süchtigen. Besonders beeindruckend findet Weidinger, was Jonathan Kaplan über seine Arbeit in einer Londoner Klinik mit den erfolgreichen, mittlerweile aber ausgepowerten Mitgliedern der Leistungselite zu erzählen hat: auch hier wähnt sich der Arzt auf einem Schlachtfeld und zieht "eine Bilanz, die zu Zukunftseuphorie keinen Anlass gibt".
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