Holzäpfel werden die herb schmeckenden Urformen der Äpfel genannt, herb sind auch die Gedichte der neuen Sammlung von Jürgen Brôcan, die in sieben Zyklen immer wieder auf die älteren Traditionen der Dichtung verweisen, essayistische Elemente einbeziehen und Reviere des Ruhrgebiets ebenso durchforsten wie Reiseberichte aus Südamerika oder Australien. Eine spannende Welterkundung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2016
Rezensent Martin Zingg lernt eine Menge mit den Gedichten von Jürgen Brôcan. Der neue Band bietet laut Zingg sowohl Widerständiges in Form und Inhalt, wenn der Autor mannigfache lyrische Stimmen oder Sprachen einflicht, sich mit weniger bekannten Figuren oder Ausdrücken umgibt ("Schuppenflügler / ist ein allzu rauhes Wort, / schöner wäre Staubschwinge", zitiert Zingg), oder in seinen Anspielungen überraschende Wege geht, als auch Wiederkennbares, wenn Brocan Malerei oder Filme in den Blick nimmt. Immer aber scheinen die Gedichte Zingg überreich an Kenntnissen, sprachlichen Möglichkeiten und Beobachtungsgabe.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…