Die Welt, in der wir leben, ist an vielen Stellen in sattes Blau getaucht: Unsere Heimat ist der blaue Planet mit seinem azurfarbenen Himmel. Wir verlieren uns in Yves Kleins monochromen Blau-Gemälden, hören beschwingt Gershwins Rhapsody in Blue, geben uns mit Novalis dem romantischen Sehnen nach der blauen Blume hin und genießen die blaue Stunde. Selten und wertvoll ist die blaue Mauritius, alltäglich die Blue Jeans. Die Tiefe und Kraft jener Farbe entspringt den Bedeutungen, die wir ihr zuschreiben: wild, sinnlich und faszinierend; wie in einer Wunderkammer, jenem untergegangenen Museum, das die unterschiedlichsten Fundstücke nebeneinander versammelte, um das Staunen zu lehren, versammelt der meisterhafte Erzähler Jürgen Goldstein verschiedene Facetten vom Reichtum des Blaus, er knüpft Bedeutungsketten, elaboriert und assoziativ, wohl abgewogen und zugleich sprunghaft - Genregrenzen, Chronologien und wissenschaftliche Etikette gelten hier nicht
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2018
Rezensentin Katharina Rudolph erkennt schnell, dass es dem Philosophen Jürgen Goldstein bei seinen Einlassungen zur Farbe Blau nicht um Ordnung, Chronologie und Vollständigkeit zu tun ist. Eingang in die mäandernde Betrachtung finden Yves Klein oder Miles Davis mit seinem Album "Kind of Blue", so Rudolph. Verblüffendes entdeckt der Leser, wenn der Autor aus seinem "reichen" Bildungsfundus schöpft, versichert die Rezensentin. Wirklich Erhellendes, zumal zur Farbe Blau, sucht Rudolph im Band allerdings vergebens. Ein Sammelsurium aus dem Elfenbeinturm, meint sie enttäuscht, nicht mehr und nicht weniger.
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