Blau ist selten. Dem widerspricht der Blick in den Himmel, doch schaut man sich genauer um, dann erkennen wir schnell: In der Tier- und Pflanzenwelt treffen wir selten auf Blau. Seit Menschengedenken sucht man nach einmaligen blauen Steinen und Farbstoffen, die Textilien, Porzellan oder Gemälde verwandelt. Denn Blau übt seit jeher eine magische Faszination auf uns aus. Sei es die Suche der Romantiker nach der blauen Blume oder die wundersame blaue Färbung von Vogelfedern. Kai Kupferschmidt erlag der Faszination schon als Kind und sie begleite ihn nun schon sein Leben lang. Um das Geheimnis dieser Farbe zu ergründen, begab er sich auf eine Reise von Japan hin zu einem Vulkansee in Oregon und bis zu den letzten Exemplaren der Spix-Aras in Brandenburg. Steine, Pflanzen, Tiere oder der entrückte Blick aus dem Weltall auf unseren Blauen Planeten zeugen von unermesslicher Schönheit, die sich dann in unserem Sprechen und Schreiben widerspiegelt. Aber alles beginnt mit dem Licht und unserem Sehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2019
Der Wissenschaftsjournalist Kai Kupferschmidt hat dieses Buch vor allem den Farben im Tierreich gewidmet, besonders dem titelgebenden Blau, erklärt Rezensentin Katharina Rudolph. Sie fand den Band äußerst kurzweilig, weil der Autor sich ihr zufolge nicht nur kundig mit den wissenschaftlichen Erklärungen für die Farbfülle in der Tierwelt auseinandersetzt, sondern dabei auch mit Witz und Originalität punktet. So beantwortet er etwa die spannende Frage, ob Blaumeisen Blau genauso sehen wie wir Menschen und vieles Denkwürdige mehr, verspricht die Kritikerin.
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