Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2001
Nicht nur war Jean Paul ein offensichtlich gewaltiger (mit Beethoven verglichener) Klavier-Improvisateur, nicht nur bezog sich Richard Wagner auf ihn, auch seine Texte lassen sich als nach musikalischen Prinzipien verfasste lesen. Das jedenfalls versucht Julia Cloot in ihrer Untersuchung zu zeigen - und die Ergebnisse, zu denen sie gelangt, sind nach Meinung des Rezensenten Dieter Borchmeyer sehr überzeugend. Die Landschaftsbilder des Autors werden in ihrer Interpretation als "in Naturbildern erlebte Musik" kenntlich. Cloots Ausführungen zum Verhältnis von "Landschaft, Seele und Musik" zählt Borchmeyer zu den gewichtigsten Beiträgen zur neueren Jean-Paul-Forschung, auch die Modellinterpretationen zu mehreren Romanen des Autors findet er exzellent. Nur ein Wermutstropfen fällt in die Rezensentenbegeisterung: der außerordentlich hohe Preis des Buches.
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