Aus dem Englischen von Anne Emmert. Dass ein Buch wie dieses heutzutage überhaupt notwendig ist! Man sollte meinen, dass Antisemitismus gerade in Deutschland keinen Raum mehr einnehmen dürfte. Doch ganz im Gegenteil, der Hass auf Jüdinnen und Juden bricht sich in grausamen Anschlägen Bahn und ist in erstaunlich vielen Kreisen salonfähig und alltäglich geworden. Und obwohl also wieder viel über Antisemitismus gesprochen wird, sind wir oft verwirrt. Die britisch-deutsche Rabbinerin Julia Neuberger erklärt mit aktuellen Beispielen und historischem Hintergrund, was Antisemismus ist - und was nicht. Denn nur, wenn darüber Klarheit besteht,lässt sich Antisemitismus bekämpfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2020
Für den Rezensenten Harald Bergsdorf hat sich Julia Neuberger mit ihrem Buch einen Platz unter den wichtigsten Veröffentlichungen der Gegenwart zum Antisemitismus erschrieben. Wichtig scheint ihm der Band der britischen Rabbinerin mit deutschen Wurzeln als Aufklärungsarbeit, die auf eher konkrete und anschauliche denn wissenschaftliche Weise die Geschichte der Judenfeindlichkeit aufschlägt, Antisemitismus bei Luther und Marx sowie Verschwörungstheoretisches erörtert und die Begriffe Antisemitismus und Antizionismus scheidet. Neubergers Sorge angesichts antisemitischer Tendenzen im deutschen und im britischen Parlament, teilt der Rezensent.
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