C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406851599 Broschiert, 284 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Deutschland 2033: Einhundert Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten steht Deutschland vor einer Bundestagswahl - und die AfD geht als Siegerin hervor. Die Brandmauer hält nicht: In der Hoffnung, die AfD in der Regierung zu entzaubern, gibt die Union nach. Doch das Kalkül scheitert. Die Rechtspopulisten demontieren Schritt für Schritt den liberalen Verfassungsstaat. In nur einem Jahr wächst ein autoritäres Regime heran, das Menschenrechte und Demokratie verachtet. Der Zusammenbruch kommt leiser, als viele dachten: ohne revolutionäre Gewalt, ohne fanatisierte Massen - nur durch Verwaltung, Paragrafen und eine politisierte Justiz. Die Republik stirbt, aber es ist still im Land. Die Menschen sind müde und ratlos, Widerspruch verhallt. Sie hätten früher handeln müssen. Nun ist es zu spät. Justus Bender erzählt von einem Untergang ohne Spektakel - gerade das macht seine Vision so realistisch. Das Buch spielt in der Zukunft, handelt aber in Wahrheit von einer Gegenwart, in der es noch Hoffnung gibt: Es erklärt im Detail, welche Politik und Kommunikation heute nötig sind, um das Scheitern von morgen zu verhindern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.08.2026
"Erschreckend real" wirkt das Szenario, das sich der Journalist Justus Bender ausmalt, auf den Rezensenten Tim Frehler: Alice Weidel als Bundeskanzlerin 2033, kurz davor, mit der AfD die absolute Mehrheit zu erlangen. Bender malt sich aus, wie Jens Spahn eine Rechtsaußen-Koalition eingeht, sie wieder verlässt, wie Hans-Georg Maaßen Journalisten effektiv kaltstellt, wie Impfskeptiker die Oberhand gewinnen und wie Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden, lesen wir. Für Frehler kommt das Buch wenige Wochen vor der bedeutenden Wahl in Sachsen-Anhalt zum richtigen Zeitpunkt, es überzeugt durch Benders Kenntnisreichtum und dadurch, dass er die Szenarien mit Analysen verbindet. Den Erfolg der AfD, so erfährt der Kritiker, sieht der Autor in ihrem "affektiven Politikverständnis" begründet, das die Wähler in ihrem Frust abholt, auch wenn Frehler durchaus auch Faktoren wie gesellschaftliche und ökonomische Ungleichheit für bedeutsam hält. Wie wir damit umzugehen haben, wäre Stoff für ein weiteres Buch, wie er resümiert.
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