"Wollt ihr einen Star sehn, seht mich an!" So beginnt das Lied, mit dem Zarah Leander in Schweden berühmt wurde, und sie verkörperte es perfekt: mit ihrer Schönheit, ihrer Ausstrahlung und der unverwechselbaren Stimme. Auch für die Deutschen sang sie und fiel dadurch in ihrer Heimat in Ungnade. Für die Lebensgeschichte der Künstlerin wurden erstmals schwedische Quellen konsequent genutzt. Es ist eine wahrhaft europäische Geschichte, und sie handelt von der Gier nach Ruhm und Geld, von großen Triumphen und vom Ausgestoßensein, von Lampenfieber, Alkohol und Depressionen, von anhänglichen Fans und gehässigen Journalisten, von nie enden wollenden Spionagegerüchten und einer grandiosen Selbstinszenierung: als Diva.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2007
Erfreut zeigt sich Fritz Göttler von Jutta Jacobis Biografie Zarah Leanders, die pünktlich zum hundertsten Geburtstag der Diva erschienen ist. Das Buch wirkt auf ihn "angenehm lässig", nicht zuletzt deshalb, weil die Autorin hellhörig für die Misstöne in Leanders Leben sei. Mit Zustimmung quittiert er Jacobis Verzicht, für das korrekte Leander-Bild zu plädieren. Stattdessen findet er hier eher Material einer europäischen Karriere in schwieriger Zeit. Jacobis Umgang mit dem Filmstar, der in Nazi-Deutschland Karriere machte und darüber hinaus zu Weltruhm gelangte, ist nach Ansicht Göttlers von Respekt und Verständnis getragen, ohne das die Autorin jemals Schönfärberei betreibe.
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