Niemand verstand sich auf das Showbusiness wie Sarah Bernhardt (1844 1923). Sie schmückte ihren Hut mit einerausgestopften Fledermaus, führte im Reisegepäck stets ihren eigenen Sarg mit sich und wurde auf der Amerika-Tournee 1880 von einem Alligator begleitet. Ihr Schauspiel war legendär, ihr Liebesleben atemberaubend und beide Talente wurden noch übertroffen von ihrer Fähigkeit, sowohl aus dem einen wie aus dem anderen Geld zu schlagen. Robert Gottlieb zeichnet nicht nur ein schillerndes Bild dieser ersten europäischen Diva. Er gräbt tief in der Vergangenheit und spürt Ungereimtheiten auf in Sarah Bernhardts Lebenslügen und Legenden, die frühere Biografen nur zu gern wiederholten verständlicherweise, denn gelogen hat diese Frau so großartig, dass Dumas einst von dem stets als dünn beschriebenen Star sagte: "So genial wie die lügt, ist sie in Wahrheit vielleicht sogar dick!"
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2012
Nicht unbedingt ein "tiefschürfendes Charakterporträt", aber doch eine unterhaltsame Lebensgeschichte ist in den Augen von Rezensentin Dorion Weickmann dieses Buch von Robert Gottlieb, den Weickmann als früheren Chefredakteur des "New Yorkers" und Lektor von Autoren wie Toni Morrison oder Salman Rushdie schätzt. Rasant erzähle Gottlieb von den schillernden Verhältnissen, in denen Sarah Bernhardt aufwuchs, von ihrer Karriere und all den Amouren der "Pantherin der Liebe", über die sich nicht nur tout Paris das Maul zerriss. Wem das reicht, dem kann Weickmann diese Biografie ans Herz legen, sie selbst hätte doch gern erfahren, wie und wann "Quand même" zum Lebensmotto der großen Komödiantin, Tragödin und Hosenrollen-Virtuosin" werden konnte.
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