Klaas Huizing

Der letzte Dandy

Roman
Cover: Der letzte Dandy
Albrecht Knaus Verlag, München 2003
ISBN 9783813502084
Gebunden, 224 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard war eine schillernde Figur. Zeit seines Lebens spielte er mit dem Gedanken, mit einem autobiografisch gefärbten Roman die Kopenhagener Gesellschaft zu schockieren. Nun inspirierte dieses nie vollendete Projekt den Schriftsteller Klaas Huizing zu einem Roman. Zwei Herren lustwandeln an den Gestaden des Paradieses und plaudern in gepflegtem Ton. Sie lassen es an geistreichen Komplimenten füreinander nicht fehlen und insbesondere Thomas, einst im irdischen Dasein ein hochangesehener Literat, beklagt die himmlische Durchschnittsware, mit der man sich abgeben muss. Sören, empfindsam und stets in raffinierter Toilette, gesteht, dass er an einer Romanbiografie arbeitet. Thomas, erfahrener Wortkünstler, bietet seine Hilfe an. In langen Gesprächen taucht Sören in seine kurze intensive Erdengeschichte ein ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2003

Schlicht und einfach "unerträglich" sei dieses Buch. So kurz, so knapp, so eindeutig das Urteil des Rezensenten mit dem Kürzel "W.L.". Im trüben Grenzgebiet von Fakt und Fiktion angesiedelt, ohne neue Erkenntnisse zu Sören Kierkegaard, um den es geht, aber an Senf, der zu allem möglichen gegeben werden muss ("von PISA bis McKinsey"), nicht sparend. Gerahmt ist das ganze durch ein Gespräch zwischen Thomas "Tommy" Mann und Kierkegaard. Klaus Huizing war dabei - und der Rezensent ergreift die Flucht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.05.2003

Ein gründlich misslungener biografischer Roman über den dänischen Schriftsteller und Philosophen Sören Kierkegaard ist dieses Buch nach Meinung des Rezensenten Kai Martin Wiegand. Das liegt zum einen daran, dass der Autor einen Dandy aus Kierkegaard machen will, was der nie war, und dass er vor allem die dramatischen, nicht aber unbedingt die aussagekräftigen Momente dessen Lebens betont. Zum anderen stört sich der Rezensent daran, dass keine der drei sich abwechselnden Textarten, die in ihrer Summe Kierkegaards Leben vermitteln sollen, wirklich funktioniert: "Während die biografische Erzählung zu sehr zum Bonmot neigt, leiden Gespräche und Glossen unter einem albernen Ton, der oft genug belehren will." Ab und zu entdeckt der Rezensent aber trotzdem ein paar helle Momente, nämlich dann, wenn der Autor auch über Kierkegaards Philosophie zu informieren vermag, zum Beispiel über dessen Begriff der Wiederholung: "Man wünscht sich, dass Huizing öfter so gut geschrieben hätte. Dann hätte er schöner an seinen Helden erinnert, als es ihm in 'Der letzte Dandy' gelungen ist."
Stichwörter

Beliebte Bücher

Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…