Mit diesem Buch legt Kurt Drawert nicht nur ein Handbuch zum Schreiben vor, sondern auch einen Versuch über das, was Schreiben im radikalen Sinne bedeutet. Ebenso bietet er Einblicke in die Praxis des Schreibens und bespricht Probleme poetischer Techniken anhand von Beispielen und Exkursen. Autorinnen und Autoren, die tiefer in das Geschehen ihrer Arbeit eindringen wollen, aber auch alle anderen, die Einsichten in die Entstehungsgeschichte literarischer Texte suchen, über ihre Wirkung und Kriterien zu ihrer Beurteilung nachdenken möchten, werden hier reich belohnt. Es geht auch um das Verhältnis von Talent und Handwerk, Schreibanlass und Schreibumgebung und immer um die Frage: Wie wird aus Normalsprache ein poetischer Text, was wird unter welchen Bedingungen Literatur?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.03.2013
Äußerst lehrreich findet Michael Braun diesen Entwurf des Schriftstellers Kurt Drawert zu einer Psychoanalyse des Schreibens und der Literatur. Gespickt mit eigenen Erfahrungen aus der sprachlichen Zuchtanstalt DDR und angefüllt mit Weisheiten Lacans und Barthes, dient Braun der Band als Mittel gegen literarische Naivität. Darauf verweist auch schon die musikalische Anlage des Textes als Terzine. Aber auch ganz pragmatisch verhilft das Buch Braun zu Einsichten über Schreibblockaden oder die Entfremdung vom Text im Zuge der öffentlichen Lesung.
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