Wie kam es dazu, dass ein Hormon zur Therapie einer Reihe chronischer Krankheiten eingesetzt wird? Dieses Buch zeichnet die Konstellationen und Problemlagen nach, die das Entstehen von Cortison ermöglicht haben: das Aufkommen der Hormontheorie um 1900, die Ersatztherapie der Zwischenkriegszeit, die Vision optimierter Körper im Zweiten Weltkrieg und die These der Adaptationskrankheiten in der Nachkriegszeit. Während eines halben Jahrhunderts Hormonforschung, die vom chemischen Labor zur Luftwaffe und von der Klinik zu Expeditionen im afrikanischen Urwald fu?hrte, haben sich nicht nur die Substanzen verändert, sondern auch die Vorstellungen von Krankheit, Gesundheit und Therapie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2012
Hochinteressant scheint Martina Lenzen-Schulte diese Wissenschaftsgeschichte des Cortisons von Lea Haller. Ausführlich referiert die Rezensentin über die Geschichte des vielseitigen und weltweit erfolgreichen Medikaments, geht auf seine Erforschung ein und nimmt insbesondere die Rolle der Pharmaindustrie in den Blick. Hallers gründlich recherchierte Studie bietet in ihren Augen eine Fülle von Material. Deutlich wird für sie auch, dass die Abhängigkeit von Wissenschaftlern von der Pharmaindustrie keineswegs ein Phänomen unserer Tage ist.Lenzen-Schulte
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